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COVID-19: Ein Ausnahmezustand als Schnittmenge von Realitäten? Eine dystopische Wildcard als Stein des Anstoßes gesellschaftlicher - gar utopischer - Transformation? Mit dem Open Call Corona Futures wurde nach un/möglichen Zukünften, gegenwärtigen Reflexionen und anderen Auseinandersetzungen mit der (individuellen) Situation in der Corona Krise gefragt. Hier zu den Einreichungen.
Die Einreichungsfrist ist am 10.05.2020 abgelaufen
Einführungstext zum Open Call Corona Futures

Wie kann mit den aktuellen Geschehnissen aus der Perspektive der sozial-ökologischen Forschung, des (Transformation) Designs und den Künsten umgegangen werden? Wie kann die aktuelle Situation als gesellschaftlicher Reset fungieren (und sollte sie das?) und zukunftsfähige Interaktionen zwischen Mensch und Mensch und Mensch und (Um-)Welt initiieren? (Wie) Können die durch das Virus und die Quarantäne entstehenden Zustände, Praktiken, Kommunikationsformen, Lehr- und Lernformen, Freizeitaktivitäten und -angebote ... die Reflexion über wünschenswerte Zukünfte begünstigen? Kommen wir in Quarantäne zu neuen Erkenntnissen und auf Ideen alternativer Zukünfte? Wie können Teile der durch das Coronavirus entstehenden (temporären) Veränderungen / Disruptionen eine Chance für einen Kipppunkt hin zu langfristig sozial-ökologisch verträglichem und zukunftsfähigem Leben auf dem Planeten Erde sein?
>Zu den Einreichungen
Der Open Call versteht die aktuelle Situation als gesellschaftliche Gestaltungsherausforderung, als Designproblem, als wicked problem. Dieser Aufruf versteht sich als eine Einladung sowohl akut-pragmatische als auch langfristig-zukunftsfähige Umgangsformen, Reflexionen und Gedanken zur aktuellen Situation zu sammeln. In dieser Sammlung geht es sowohl um das Virus betreffende Soforthilfemaßnahmen als auch um einen reflexiven Umgang mit den über das eigentliche Krankheitsbild hinausgehenden (gesellschaftlichen, ökonomischen, politischen, ...) Symptomen und Reaktionen. Was / Wie können wir schon jetzt aus dieser ungewöhnlichen Situation lernen - für das Jetzt und die Zukunft? Welche bestehenden Strukturen werden momentan implizit in Frage gestellt und wie sehen mögliche Zukünfte aus, die sich aus der aktuellen Situation heraus ansteuern lassen? Was kommt nach Corona? Können neben der schrecklichen Auswirkungen der Erkrankung Lerneffekte erzielt werden, um zur Gestaltung einer gesunden, zukunftsfähigen und resilienten Weltgesellschaft beizutragen? Wie kann die akute Handlungsbereitschaft von Politik, Wirtschaft und Zivilbevölkerung auf die aktive Bearbeitung von anderen sozial-ökologischen Herausforderungen ausgeweitet werden? Durch den Open Call sollen Akteure aus Forschung, Design, Kunst und Zivilbevölkerung zusammengebracht werden, um das Verständnis untereinander zu stärken, voneinander zu lernen, unterschiedliche Perspektiven zu verzahnen, anzuerkennen und interdisziplinäre Zusammenarbeit zu begünstigen. Alle Interessierten sind eingeladen, die aktuelle Situation als Chance zu verstehen und ihre Perspektiven und Gedanken in das Projekt hineinzutragen. Der Call versteht sich nicht als Generator von Lösungen, sondern als Ideenpool von Möglichkeiten, des inspirierenden Austausches und zur Erweiterung von Handlungsoptionen.
Warum solltest Du mitmachen? Du trägst einen Beitrag zur aktuellen Situation bei, wirst namentlich erwähnt, über die Contributors List einschließlich Deiner gewünschten Webpräsenz gefeatured und Deine Einreichung wird mit namentlicher Nennung über den CORONA FUTURES Instagram-Account geteilt. Lasst uns gemeinsam das Virenprogramm anschalten und werde Teil eines konstruktiven, disziplinübergreifenden, kreativen und zukunftsorientierten Austausches gegen das Virus und für neue Zukünfte. >Zu den Einreichungen
Der Call versteht sich als Ermutigung auch work in progress Ansätze und Unfertiges einzureichen und die aktuelle Situation als Anlass dazu zu nehmen, unsoziale, nicht-nachhaltige, kapitalistische, externalisierende, ungerechte, ausbeuterische ... Strukturen sichtbar zu machen und über Alternativen zu spekulieren und zu diskutieren und über unsere Lebensstile und Werte zu reflektieren. Kriterien wissenschaftlicher Arbeit spielen dabei keine vordergründige Rolle. Die Einreichungen zu zum Open Call werden unter den CORONA FUTURES gesammelt. Gesucht werden Beiträge, die mit der aktuellen Situation umgehen, diese reflektieren und / oder Zukunftsszenarien daraus entwickeln. Im Vordergrund steht die Frage, wie die aktuelle / individuelle Situation Ausgangspunkt dafür sein kann, vermeintliche Normalitäten zu hinterfragen, Alternativen zu erdenken, die Situation als Gestaltungsmöglichkeit zu verstehen und wünschenswerte Zukünfte zu erdenken. Aus Einzelbeiträgen entsteht hier ein kollaboratives Blog. Die eingereichten Arbeiten sollten digital verfügbar sein, ansonsten gibt es keine Einschränkungen. Ob wissenschaftlicher Text, persönliche Reflexion, 3D-Rendering, Animation, Film, Geschichte, Notiz, Essay, Stichpunkt, Sprachaufnahme, Sound / Audio, Fotografie, Video, abfotografierte Zeichnung, Grafik, Installation, dokumentierte Performance oder Aktionen, andere (spontane) künstlerische Zugangs- und Ausdrucksformen, (kritische) Designprojekte, die Entwicklung von Corona-inspirierten Dystopien und Utopien, provokative Ausarbeitungen oder aber auch die Entwicklung von Praktiken und Ästhetiken zum Umgang mit Quarantäne, Einsamkeit und Langeweile ... Gleichzeitig wird die entstehende transdiziplinäre Galerie durch die Verlinkung ausgewählter externer Beiträge ergänzt. Nachfolgende Fragen könnten Gegenstand weiterer eigener Überlegungen sein:
Wie können bestehende Realitäten und Normalitäten in Frage gestellt und wünschenswerte Zukünfte erdacht werden? Wie kann die aktuelle Situation eine Grundlage für neue / zukünftige Lebensstile und Routinen werden? Was lässt sich für andere, aktuelle und zukünftige sozial-ökologische Herausforderungen aus der derzeitigen Situation lernen? Wie kann die akute Handlungsbereitschaft von Politik, Wirtschaft und Zivilbevölkerung auf die aktive Bearbeitung von anderen sozial-ökologischen Herausforderungen ausgeweitet werden? Wie kann die Situation aus künstlerischer Perspektive reflektiert, damit umgegangen werden? Wie wird die Krise erträglich? Was bedeutet zu Hause bleiben? Welche Ansprüche stellen "wir" an unser Leben, welche Ansprüche ändern sich zwangsläufig temporär und welche sollten es dauerhaft tun? Welche neuen Praktiken lassen sich auf welche Weise sichtbar / verständlich machen? Auf welche Welt werden wir im Frühling 2021 zurückblicken? Was wird sich verändert haben? Was wird wirklich wichtig gewesen sein? Was werden wir wirklich gebraucht haben? Können wir uns schon jetzt eine Welt des Post-Coronas vorstellen?
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ENGLISH VERSION

The Submission Deadline extended with May 10 2020
Introduction text to the Open Call Corona Futures


COVID-19: A state of emergency as an intersection of realities? Corona as a chance for what? A dystopian wildcard as the stumbling block to social - even utopian - transformation?
How can current events be dealt with from the perspective of social-ecological research, (transformation) design and the arts? How can the current situation act as a social reset and initiate sustainable interactions between people and people and people and environment / world? (How) Can the conditions, practices, forms of communication, forms of teaching and learning, leisure activities and offers ... resulting from the virus and the quarantine encourage reflection on desirable futures? In quarantine, do we arrive at new insights and ideas about alternative futures? How can fragments of the changes / disruptions caused by the coronavirus be a chance for a tipping point towards long-term socio-ecologically compatible and sustainable life on planet Earth?

The Open Call understands the current situation as a social challenge, as a design problem, as a wicked problem. This call sees itself as an invitation to collect reflections and thoughts for both acutely-pragmatic and long-term-sustainable ways of dealing with the situation. This collection is about emergency measures concerning the virus as well as a reflexive handling of the symptoms and reactions that go beyond the actual clinical picture (social, economic, political, ...). What / How can we already learn from this unusual situation - for the present and the future? Which existing structures are implicitly questioned at the moment and what do possible futures look like that can be thought of from the current situation? What comes after Corona? In addition to the terrible effects of the disease, can learning effects be achieved in order to contribute to shaping a healthy, sustainable and resilient world community? How can the readiness to act of politics, the economy and the civil population be extended to the active handling of other social-ecological challenges? The Call aims to bring together actors from the fields of research, design and art in order to strengthen the understanding between the disciplines and to learn from each other, to interlink different perspectives more strongly, to recognize each other and to promote interdisciplinary cooperation. At the same time, all other interested stakeholders are also invited to see the current situation as an opportunity and to contribute their perspectives and thoughts to this project. The call is not intended as a generator of solutions, but rather as a pool of ideas for possibilities, an inspiring exchange of ideas and for the expansion of options for action.
Why should you participate? You contribute to the current situation, you will be mentioned by name, you will be featured on the Contributors List including your web presence and your submission will be shared with others via the CORONA FUTURES Instagram account. Let us turn on the virus program together and become part of a constructive, interdisciplinary, creative and future-oriented exchange against the virus and for new futures. >Link to the submissions
The call is intended as an encouragement to also submit work-in-progress approaches and unfinished work and to take the current situation as an opportunity to address anti-social, unsustainable, capitalist, externalizing, unjust, exploitative ... circumstances to make structures visible and to speculate and discuss about alternatives and reflect on our lifestyles and values. Criteria of scientific work do not play a superficial role. Submissions to the Open Call collected here under CORONA FUTURES. We are looking for contributions that deal with the current situation, reflect on it and/or develop future scenarios from it. In the foreground is the question of how the current / individual situation can be the starting point for questioning supposed normalities, conceiving alternatives, understanding the situation as a design task and conceiving desirable futures. A collaborative blog is created here from individual contributions. The submitted works should be digitally available, otherwise there are no restrictions. Whether scientific text, personal reflection, 3D rendering, animation, film, history, note, essay, key point, voice recording, sound / audio, photography, video, photographed drawing, graphics, installation, documented performance or actions, other (spontaneous) artistic forms of access and expression, (critical) design projects, the development of corona-inspired dystopias and utopias, provocative elaborations or the development of practices and aesthetics for dealing with quarantine, loneliness and boredom ... At the same time, the resulting transdisciplinary gallery will be supplemented by links to selected external projects and articles. The following questions could be the subject of (your) further considerations:
How can existing realities and normalities be challenged and desirable futures be conceived? How can the current situation become a basis for new / future lifestyles and routines? What can be learned from the current situation for other, current and future socio-ecological challenges? How can the acute readiness for action of politics, economy and civil population be extended to the active handling of other social-ecological challenges? How can the situation be reflected upon and dealt with from an artistic perspective? How can the crisis be made bearable? What does staying at home mean? What demands do "we" make on our lives, what demands inevitably change temporarily and what should change permanently? Which new practices can be made visible / understandable in which way? What world will we look back on in the spring of 2021? What will have changed? What will have been really important? What will we have really needed? Can we already now imagine a world of post-corona?